Dr. Hans-Josef Hackstein

zum Thema

“Sexualisierte Gewalt im Kindesalter”

Fachvortrag mit Diskussion

Termin:  Donnerstag, 9. Juni 2022, 19.30 – 21.00 Uhr
Ort:         Rathaus, Sitzungssaal,
                Rathausstraße 5, 46519 Alpen

Eintritt: frei – Eine Spende nach eigenem Ermessen für den
Kinderschutzbund, Ortsverband Alpen, wäre wünschenswert.

Veranstalter: Kinderschutzbund, Ortsverband Alpen, www.dksb-alpen.de

Es gelten die am Veranstaltungstag gültigen Corona-Regelungen.

Alle Teilnehmer*innen erhalten auf Wunsch eine Teilnahmebescheinigung.

 

Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen! Das war am 9. Juni im Rathaussaal der Gemeinde Alpen das Thema eines Vortrags, den der örtliche Kinderschutzbund kostenfrei anbot.

Die Vorsitzende, Frau Karin van Bonn, hatte mit einem regen Interesse an diesem Abend gerechnet. Dass es aber dann 102 Zuhörer*innen wurden, überraschte und freute sie und ihre Mitstreiterinnen doch sehr. Auch der stellvertretende Bürgermeister, Herr Kurt Verhüsdonk, der ein Grußwort sprach, staunte über diesen Zuspruch und den vollbesetzten Rathaussaal.

Referent über dieses aktuelle Thema war Herr Dr. Hans-Josef Hackstein, der einführend darauf hinwies, dass in jüngster Zeit die sexualisierte Gewalt an Kindern Dimensionen erreicht habe, die noch vor wenigen Jahren als undenkbar erschienen. Städtenamen wie Lügde, Bergisch Gladbach, Münster und seit dem letzten Monat auch Wermelskirchen ständen mittlerweile für Abgründe von sexuellen Verbrechen an Kindern, die schier unbegreiflich seien und sprach- und fassungslos machten.

Die im Verlauf des Vortrags vom Bundeskriminalamt für 2021 dargestellte Anzahl von 17.498 polizeilich erfassten minderjährigen Opfern von sexuellem Missbrauch in Deutschland und davon allein 4131 in Nordrhein-Westfahlen, machte die Zuhörer*innen sichtlich betroffen. Dies seien jedoch nur die bekannt gewordenen und erfassten Fälle, so Hackstein. Das Dunkelfeld sei hier um ein Vielfaches größer. Auch sei dabei zu berücksichtigen, dass den meisten der oft sehr jungen Opfer mehrfach und über Jahre hinweg dieses Leid angetan würde. Besorgniserregend sei vor allem, was sich diesbezüglich im Internet und hier vor allem im sog. Darknet (dem Dunkelfeld) abspiele. In diesem Bereich explodierten förmlich die Zahlen an kinderpornografischen Delikten.

Weitere Informationen erhielten die Anwesenden u.a. über die Symptome und Signale der Opfer sowie über die oft lebenslangen Folgen sexualisierter Gewalt für die Betroffenen. Auch wurden Täterstrategien und die verschiedenen Motive der Täter*innen für derartige Taten vorgestellt.

Praxisnah waren besonders die Informationen über die konkreten Vorgehensweisen bei einem Verdacht auf einen solchen Missbrauch. Dabei warnte der Referent aber auch vor vorschnellen Verdächtigungen und unüberlegten Vorgehensweisen.

Um im Verdachtsfall angemessen handeln zu können, wies der Referent auf regionale Anlauf- und Hilfestellen hin, an die man sich bei derartigen Fragen oder konkreten Verdachtsfällen wenden kann und die kostenlose Hilfe leisten. Hierzu gehört beispielsweise auch der Kinderschutzbund OV Alpen.

Gegen Ende führte der Referent verschiedene Präventionsmaßnahmen an, die auch schon für jüngere Kinder geeignet sind.

Mit dem Hinweis auf das vielfältige Informationsmaterial, das der Kinderschutzbund den Zuhörer*innen zur Verfügung stellte, endete Hackstein seinen Vortrag mit dem Appell, dass eine vermehrte Achtsamkeit auf die Kinder durch uns alle besonders wichtig sei, denn die Kinder sind das Wichtigste auf dieser Welt. Und dies gelte es unter allen Umständen zu schützen und in den Vordergrund all unserer Bemühungen zu stellen. 

Rechtliches

Anschrift

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46519 Alpen

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E-Mail: info@dksb-alpen.de